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Abstract: Dreidimensionale Körperstatik sorgt durch Stabilität in der Bewegung für reichlich Verbindungen innerhalb des Systems “Körper”. So haben minimale Fehlstellungen einzelner Elemente (z.B. ein stark gekipptes Becken, versteifte Wirbelkörper, Fussfehlstellungen, ...) weitreichende Auswirkungen innerhalb des Körpergefüges und ziehen weiter Dysfunktionen nach sich. Der Körper transportiert Kräfte in der Dynamik stets in Spiralbewegungen. Einerseits um diese aufzunehmen, andererseits um die gespeicherte Kraft wieder abgeben zu können. Dies ist die effizienteste Art den körperlichen Energieeinsatz z.B.beim Gehen möglichst gering zu halten. Diese dreidimensionalen spiraligen Bewegungen bestimmen die funktionelle Statik des Körpers und sind für harmonische Bewegungskoordination unerlässlich.
Keywords: Körperstatik, Tensegrity, Bewegungsanalyse, Bewegungskoordination
“Von Kopf bis Fuß” oder wie Körperstatik ganzheitlich dreidimensional und in der Dynamik gesehen werden kann.
Haben Sie nicht auch schon oft gehört, daß jemand davon redet Ihre Körperstatik korrigeren zu können? Ist das tatsächlich wichtig oder sind wir nicht alle ein bisschen schief? Wie funktioniert das mit der Statik beim Menschen?
Gleich vorab: Die Statik ist wichtig! Noch wichtiger aber als eine reine positionelle Symmetrie (einer statischen Statik; Stichwort Beinlängendifferenz) ist das Zusammenspiel der Bewegungen zu einem funktionellen Ganzen (einer dynamischen Statik).
Kennen Sie das Tensegrity Modell?

Aus Wikipedia: Tensegrity ist ein englisches Kofferwort aus tension (Zugspannung) und integrity (Ganzheit, Zusammenhalt). Es bezeichnet die Richard Buckminster Fuller und Kenneth Snelson zugeschriebene Erfindung eines stabilen Stabwerks (Baustatik), in dem sich die Stäbe nicht untereinander berühren, lediglich durch Zugelemente (zum Beispiel Seile) miteinander verbunden sind... (Bildrechte sind im Impressum vermerkt)
Das selbe Prinzip liegt der Konstruktion des menschlichen Bewegungsapparates zugrunde. Hier werden die starren Bestandteile (Knochen) durch die elastischen Bestandteile (Bänder, Muskeln, Gelenkkapseln) verbunden. Die elastischen Elemente ermöglichen die Beweglichkeit der starren Strukturen. Zur Folge hat diese Vernetzung allerdings, daß jegliche Veränderung der Spannung an einer Stelle eine Veränderung der Beweglichkeit oder der Position an einer anderen Stelle mit sich bringt.
Ursachen-Folge-Ketten
Wenn wir nun bei der Betrachtung der funktionellen Statik am Fuss beginnen möchten, fällt als erstes die entsprechende Stellung des Fußes auf. Knick-Senk-Hohl-Spreizfüße ziehen unweigerlich eine Veränderung der Belastung entlang der Beinachse nach sich. Dies führt zu Kniebeschwerden oder Rotationsstörungen im Hüftgelenk.
Angenommen, der Fuß präsentiert sich mit einer Knickfussstellung nach innen, so folgt eine Rotation des Knies nach innen, die Hüfte dreht mit und auch das Becken wird sich sicherlich weiter nach vorne neigen.
Diese Beckenkippung führt zu einer stärkeren Ausprägung der Lordose (Hohlkreuz), was sich unmittelbar auf die Beweglichkeit des Brustkorbs und der Halswirbelsäule auswirkt. Eine zu stark gestrecke Lendenwirbelsäule (Hohlkreuz) führt in der Folge zur Stauchung der Brustwirbelsäule. Die Unbeweglichkeit der Brustwirbelsäule fürt zur konsekutiven Überbeweglichkeit zumindest einzelner Halswirbel und entsprechender Beschwerden der Kopfgelenke.
Natürlich bestehen auch Verbindungen vom z.B. eingefallenen Brustkorb zur vorverlagerten Schulter und entsprechenden Einklemmungserscheinungen (Impingement-Syndrom) der Schulter.
So lassen sich Ursache-Wirkungsketten im ganzen Körper ausfindig machen. Die Richtung ist dabei nicht unbedingt starr vorgegeben.
Stets sollte die primäre Dysfunktion gesucht wird, die dauerhaft die meisten übrigen Störungen korrigiert um das gesamte System zu harmonisieren.
Kräfteverteilung im Körper des Menschen in der Statik und in der Dynamik
Energie wird bei physiologischen Bewegungsabläufen durch klug differenzierte Aufnahme der einwirkenden Kräfte über den Knochen- und Bandapparat im Körper spiralig weitergeleitet und kurzfristig in Körperspannung gespeichert.
Stösst sich beim Gehen der Fuß der einen Seite vom Boden ab, wird gleichzeitig das Bein der Gegenseite in einer spiraligen Verschraubung dazu gebracht Energie für den nächsten Schritt zu sammeln.
Dies erklärt z.B. auch das Phänomen der müden Beine nach wenigen Stunden langsamen Gehens auf der Messe, während ein ganzer Tag wandern im Gebirge nur halb so viele Beschwerden macht.
Die Erklärung liegt in der Geschwindigkeit. Stimmen Schrittlänge und Geschwindigkeit optimal überein (wie beim ungehinderten Gehen möglich), so wird Energie mit minimalem Kraftverlust von einem Schritt zum nächsten übertragen. Man bleibt “im Schwung”.
Beim langsamen “stop´n go” hingegen muss jeder Schritt wieder vollständig mit neuer Energie eingeleitet werden und führt so zur verstärkten Erschöpfung.
Die Kraftübertragung beim Gehen spielt sich jedoch nicht nur in den Beinen ab, sondern zieht sich in spiraligen Bahnen über den gesamten Körper. Auch die reaktiven Brustkorb, Schulter und Kopfbewegungen spielen hierbei eine Rolle. Bei physiologischer Ganzkörperkoordination ist der Energieverlust in Bewegung minimal, da jede Bewegung sogleich ihre Gegenbewegung einleitet (Armpendeln, Rotation des Rumpfes um seine eigene Achse,...)
Eine möglichst effiziente Kraftübertragung in Ruhe und in Bewegung ist das erklärte Ziel optimierter, funktioneller Körperstatik.
ganzheitliche Therapie von Statikstörungen
Diese Überlegungen zur funktionellen Körperstatik und Energieübertragung von einer Bewegung in die nächste führt zu direkten Konsequenzen für der Behandlung von Statikstörungen.
Wichtig ist die Koordination der einzelnen Bewegungspole zueinander um die enstprechende Ganzkörperkoordination und damit verbunden Aufrichtung von Achsenskelett und Extremitäten zu optimieren.
Die meisten Erkrankungen und Beschwerden des Bewegungsapparates (Blockierungen, Hexenschuß, steifer Nacken, Verspannungen, Schultersteife ,...), aber auch Spannungskopfschmerzen und u.U. Ohrgeräusche und Schwindel sind ursächlich auf Störungen der Bewegungskoordination über Jahre hinweg zurückzuführen.
In der Therapie wird nun zuerst die Möglichkeit des Körpers zu funktionellem Bewegungsverhalten geschaffen. Erst im zweiten Schritt folgt das “Neuprogrammieren” der Bewegungsmuster und im dritten dann die Integration des neu erlernten Musters in den Alltag.
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